Folgen der Antibabypille

Die Antibabypille ist laut Wikipedia „das von Frauen in den westlichen und östlichen Industrienationen seit 1960 am häufigsten verwendete Verhütungsmittel zur Verhütung einer ungewollten Schwangerschaft. Es handelt sich dabei um ein regelmäßig oral einzunehmendes Hormonpräparat, das die weiblichen Hormone Östrogen und Gestagen in unterschiedlicher Zusammensetzung und Dosierung enthält.“

Die Antibabypille – über längere Zeiträume eingenommen – hat allerdings erhebliche Nebenwirkungen. Die folgenden Aussagen stammen aus dem Buch “Das Kontrazeptions-Syndrom: Gesundheitsschädigung durch die Anti-Baby-Pille; unter dem Aspekt der Beeinträchtigung der Monatsblutung durch die Pille” von Manfred van Treek.

Wenn Sie ein wenig Zeit und Lust haben, können Sie nun einiges über die Folgen der Einnahme der Antibabypille lesen:

1. Stoffwechselstörungen

Die Grundlage für einen gesunden Organismus ist ein optimal funktionierender Stoffwechsel. Wird dieser Stoffwechsel beeinträchtigt, treten verschiedene Krankheitssymptome auf. Oftmals ist davon nicht nur ein Organ betroffen, sondern ein ganzes System, da die essentiellen Stoffwechselvorhänge eine geschlossene Einheit darstellen und sich gegenseitig beeinflussen.

Gewichtszunahme

Dies kann auf verstärkten Appetit, eine verstärkte Wassereinlagerung oder auf den anabolen (= Körpermasse aufbauenden) Effekt des “androgenen” (= männlich wirkenden) Progesterons zurückgeführt werden. (MSED (MEYLER´S SIDE EFFECTS OF DRUGS), S. 1001)

Störungen des Kohlenhydratstoffwechsels

Es sind in verschiedenen Untersuchungen leichte Formen von Insulinresistenz gefunden worden, das heißt, dass Insulin nicht mehr so wirksam den Glucosespiegel regulieren kann. Patientinnen mit bestehendem oder verborgenem Diabetes mellitus sollten die Pille nicht nehmen. (MSED, S. 999f.)

Störungen des Vitaminstoffwechsels

Vitaminspiegel im Blut werden bei Pillenbenutzerinnen vermindert: Das Vitamin C in den Leukozyten (=weiße Blutkörperchen) und Thrombozyten (= Blutplättchen) ist bei Pilleneinnahme vermindert (kann zu verlangsamter Immunantwort und erhöhter Thromboseneigung führen).

Die Umwandlung von Vitamin-D3 in das aktive 25-Hydroxy-D3 wird gehemmt. Die Aufnahme von Folsäure über den Darm ist vermindert. Vitamin-B12-Mangel ist auch bei ansonsten gesunden Pillenbenutzerinnen gefunden worden. Veränderungen im Vitamin-B6-Stoffwechsel könnten mit der Pillendepression zusammenhängen. (MSED, S. 1000)

Störungen des Mineralhaushaltes

Es sind Veränderungen im Zink-, Kupfer- und Magnesium-Blutspiegel gefunden worden. (MSED, S. 1001)

Störungen des Leberstoffwechsels

Für bestimmte Lebertumoren wird der Pille ein auslösender Effekt zugesprochen. Ein vorübergehender Anstieg der Leber-Werte zeigt, dass die Pille die Leberzellen in geringem Ausmaß zerstört. Langzeitanwendung wurde als Ursache für Veränderungen in der mikroskopischen Struktur der Leberzellen nachgewiesen, so auch in den Mitochondrien (= “Kraftwerke der Zellen”), in welchen sich kristallartige Einschlüsse entwickelten.

Gelbsucht als Auswirkung oraler Kontrazeptiva wurde wiederholt seit 1962 beschrieben. In der schwedischen Bevölkerung wurde eine Rate zwischen 1 : 100 und 1 : 4.000 gefunden, und zwar in der Zeit, als noch hochdosierte Präparate benutzt wurden. Wenn Lebersymptome erscheinen, dann üblicherweise in den ersten Monaten der Medikation. Sie umfassen Abmagerung, Unwohlsein, Juckreiz und Gelbsucht.

Eine mikroskopische Untersuchung der Leber zeigt Gallenstau innerhalb des Lebergewebes. Wenn die Gabe der Pille beendet wird, bilden sich die Symptome üblicherweise sehr schnell wieder zurück. Diese Reaktion lässt keine Folgen zurück. (MSED, S. 1001f.)

Es ist jedoch völlig unbewiesen, dass die beschriebenen Veränderungen auf die Leber nach Absetzen der Pille folgenlos abheilen. Weil die Leber das Lebensorgan ist, kann eine Jahre zuvor stattgefundene Beeinträchtigung durch Gifte durchaus Spätfolgen haben. Auch bei dem in den letzten Jahren immer häufiger auftretenden sogenannten chronischen Müdigkeits-Syndrom (chronic fatigue syndrome, CFS) wird eine zu starke Belastung von Leber und Nervensystem durch Umweltgifte als mögliche Ursache vermutet. Es kann nicht ausgeschlossen werden, dass auch die Pillenhormone zu jenen toxischen Substanzen gehören, die das CFS als Spätfolge auslösen.

Die Beziehung zwischen Pillengebrauch und Gallenblasenerkrankung wird schon lange diskutiert. Eine Studie fand bereits 1975 heraus, dass die Wahrscheinlichkeit einer notwendigen Gallenblasenoperation bei Pillen-Benutzerinnen 2 mal so hoch ist wie bei Nicht-Benutzerinnen. Auswirkungen auf die Gallensteinbildung können auf den Östrogenanteil zurückgeführt werden, z.B. seit bekannt ist, dass Östrogene einen Anstieg der Gallenblasenerkrankungen auch bei Männern verursachen.

Ergebnisse des BOSTON COLLABORATIVE DRUG SURVEILLANCE PROGRAM von 1977 lassen vermuten, dass Pillenbenutzerinnen häufiger mit akuter Hepatitis diagnostiziert werden als Nichtbenutzerinnen. (MSED, S. 1002)

Störungen des Verdauungssystems

Geringgradige Beschwerden im Bereich des Verdauungstraktes, wie Übelkeit und unklare Bauchschmerzen, sind bei 10 ¬bis 30 % der Patientinnen früherer Studien gesehen worden. Sie sollen bei den heutigen niedrig dosierten Präparaten in geringerem Maße auftreten.

Störungen des Hautstoffwechsels

Verschiedene Arten von Hautreaktionen treten während oraler Kontrazeption auf. Das Auftreten unter Einbeziehung auch der geringeren Hautkomplikationen wird auf lediglich 5 % geschätzt. Die Hormone erzeugen die Hauterkrankungen nicht direkt. Sie bringen lediglich die Neigung dazu hervor, so dass andere auslösende Ursachen die Entwicklung bedingen können. Haarausfall ist während der Applikation und nach dem Absetzen der Pille gesehen worden. Verstärkte Pigmentation der dem Sonnenlicht ausgesetzten Hautareale sowie Lichtsensibilität sind bei manchen Anwenderinnen beobachtet worden. (MSED, S. 1002f.)

2. Herz-Kreislauf-Störungen

Bluthochdruck

Bluthochdruck kommt bei Pillenbenutzerinnen doppelt so häufig vor wie bei Frauen, die die Pille nicht benutzen. Die Ursachen liegen in der hormonellen Beeinflussung des Adrenalin-Stoffwechsels. Auch die Angiotensin-Konzentration im Blut ist erhöht. Dies führt zu vermehrtem Wassergehalt im Körper der Frau, wodurch sich erhöhter Blutdruck einstellen kann. (MSED, S. 996)

Adrenalin ist ein Hormon des Nebennierenmarkes und des sympathischen Nervensystems. Es verursacht einen Anstieg des Blutdruckes. Angiotensin ist ein Hormon, welches zur Bildung und Freisetzung eines anderen Hormones aus der Nebennierenrinde führt, das Aldosteron genannt wird. Das Aldosteron verstärkt diejenigen Funktionen der Nieren, welche Salze und Wasser aus dem sogenannten Primärharn ins Blut zurückholen. Diesen Vorgang nennt die Physiologie Wasserretention, und er ist für die verstärkte Wassereinlagerung (Ödembildung) unter der Pille ebenso verantwortlich wie für die wasserbedingte Gewichtszunahme.

Da bei den alten, hochdosierten Präparaten der Pillenanfangszeit keine Untersuchungen gemacht worden sind, kann heute nicht mit Sicherheit gesagt werden, ob die Bluthochdruckrate unter der Pille früher höher gewesen ist als heute. In den berücksichtigten modernen Studien haben 4 % der Pillenbenutzerinnen diastolische, also untere Blutdruckwerte von über 90 mmHg. (MSED, S. 996)

Die Angabe von 4 % Bluthochdruckrate erfasst nur die Frauen, die die Pille gerade nehmen. Andere pillenbedingte Gesundheitsschädigungen wie Übergewicht, Durchblutungsstörungen, Thrombosen und Mikrothrombosen, dadurch bedingte Gefäßwandveränderungen, labortechnisch feststellbare Veränderungen der Fettwerte sowie eine mögliche Diabetesentstehung können im weiteren Krankheitsverlauf zu Bluthochdruck führen. Somit ist zu erwarten, dass die Rate der Bluthochdruckerkrankungen, welche aufgrund der vorstehend genannten Erkrankungen als Sekundärfolge Jahre nach der Pilleneinnahme auftreten, deutlich höher als 4 % ist.

“Pillenherz” – objektivierbare Herzrhythmusstörungen

Eine große Zahl von Pillenbenutzerinnen entwickelt im Verlauf der Pilleneinnahme ein sog. “Pillenherz”. Es handelt sich dabei um nicht objektivierbare Herzrhythmusstörungen, d.h. diese Frauen haben das Gefühl, “als ob das Herz zum Halse herausschlägt”; es wird als unerträgliche Unruhe in der Herzregion von den betroffenen Frauen empfunden. Oft gehen diese Patientinnen panikartig in die nächste Krankenhausnotaufnahme, wo ein EKG gemacht wird, welches aber völlig normal ausfällt.

Solchen Frauen werden nicht selten Psychopharmaka verordnet, wobei der behandelnde Mediziner in der Regel die Einnahme der Pille in keiner Weise in Frage stellt. Tatsächlich handelt es sich hier um ein seelisch-geistiges Phänomen, denn das Herz als “Sitz der Gefühle” ist wie kein anderes Organ geeignet, Disharmonien im Leben des Menschen anzuzeigen. Da diese Symptome auch bei Spiralenträgerinnen und nach Abtreibungen häufig auftreten, sollte man als übergeordneten Begriff den des “frustrierten Mutterherzens” wählen.

Erhöhtes Herzinfarktrisiko

Es ist erwiesen, dass bei Pillenbenutzerinnen häufiger tiefe Beinvenenthrombosen, Lungenembolien, Hirnthrombosen, Herzinfarkte und Netzhautthrombosen auftreten. Das Risiko ist doppelt so hoch wie bei Frauen, die die Pille nicht nehmen.

1989 ist in einer Studie ein erhöhtes relatives Risiko für Herzinfarkt bei ehemaligen Pillenbenutzerinnen gefunden worden. In einer Studie von 1984 wird das Risiko für eine bestimmte Art der Gehirnblutung bei Pillenbenutzerinnen auf bis zu 2-fach erhöht eingeschätzt. Das Risiko für den nicht durch Hirnblutung bedingten, sondern infarktartigen Schlaganfall ist auch mehr als 2-fach erhöht, wenn die Pille aktuell eingenommen wird.

Laufend werden Einzelfallbeobachtungen schwerer Herz- und Kreislaufkomplikationen durch Gerinnungsstörungen bei Pillenbenutzerinnen beschrieben. 1988 wurde eine Studie über 22 Frauen veröffentlicht, welche alle trotz Einnahme eines niedrigdosierten Präparates einen Hirninfarkt erlitten hatten.

Seit langem ist sicher, dass Rauchen, Übergewicht und ein Lebensalter über 35 Jahre zusätzliche Faktoren sind, welche das Risiko thromboembolischer Ereignisse bei Pillenbenutzerinnen ansteigen lassen. (MSED, S. 996 ff.)

3. Hormonstörungen

Die folgenden Aussagen zeigen vereinfacht die Zusammenhänge im Hormonsystem an.

Die an der Gehirnunterseite liegende Hirnanhangsdrüse (Hypophyse), welche ihrerseits von übergeordneten Gehirnarealen gesteuert wird, reguliert u.a. die Hormondrüsen: Schilddrüse, Nebennierenrinden und Eierstöcke.

Die von diesen Hormondrüsen freigesetzten Hormone üben eine rückkoppelnde Wirkung auf die Hirnanhangdrüse aus. Die künstlichen Pillenhormone sollen theoretisch nur auf die Steuerung der Eierstöcke Einfluss ausüben. Tatsächlich jedoch beeinträchtigen sie (über diesen Rückkopplungsmechanismus) auch die Regulierung der Schilddrüse und der Nebennierenrinden.

Störung des Schilddrüsenstoffwechsels

Bei Pillenbenutzerinnen finden sich Auswirkungen auf die Schilddrüse und auf den Schilddrüsenhormonstoffwechsel. Die Pille soll einen schützenden Effekt gegen Schilddrüsenerkrankungen haben. (MSED, S. 999)

Die Vermutung eines schützenden Effektes gegen Schilddrüsenerkrankungen widerspricht allerdings völlig den theoretischen Grundlagen über die Vernetzungen im Hormonsystem. Die verschiedenen hormonellen Bereiche sind untereinander vernetzt, wodurch es bei Störungen in dem einen hormonellen Regelkreis durch künstliche Hormongabe zu Störungen in einem anderen Regelkreis kommt.

 

Obige Vermutung widerspricht auch aller praktischen Erfahrung. Ein Viertel bis ein Drittel aller Pillenbenutzerinnen oder ehemaligen Pillenbenutzerinnen entwickeln erfahrungsgemäß unter der Pille eine Struma (=Schilddrüsenvergrößerung) bzw. nehmen Schilddrüsenhormone ein. Somit darf nicht von einem “schützenden Effekt gegen Schilddrüsenerkrankungen” gesprochen werden.

Es ist bekannt, dass die langjährige Pilleneinnahme zu Schilddrüsenveränderungen führt, welche ihrerseits mittels künstlicher Schilddrüsenhormone behandelt werden. Es ist nun aber nachgewiesen, dass die langjährige Einnahme der Schilddrüsenhormone zu frühzeitig und verstärkt auftretender Osteoporose führt. (REVIEW OF MEDICAL PHYSIOLOGY, W. F. GANONG, 1989, S. 337)

Somit schließt sich in vielen Fällen ein medikamentöser Kreis: Nach einer Anti-Baby-Pillenphase folgt die Phase mit Einnahme von Schilddrüsenhormonen zur Behandlung der Folgewirkungen der Pille auf die Schilddrüse. Künstliche Wechseljahreshormone sollen dann die Nebenwirkungen der künstlichen Schilddrüsenhormone auf die Knochen wieder beheben.

Zum Ende eines Frauenlebens kann dann wieder der Internist oder gegebenenfalls der Psychiater aktiv werden, um die internistischen oder psychologischen Auswirkungen der fast lebenslangen Hormongaben auf die Gesundheit der Frau zu behandeln.

Blockade des Cortisolstoffwechsels

Durch Progesteron wird die ACTH-Produktion (= Produktion des die Nebennierenrinde steuernden Hormons der Hirnanhangdrüse) bis zu einem gewissen Grad unterdrückt. Von daher ist auch die Cortisolsekretion aus der Nebennierenrinde, welche vom ACTH gesteuert wird, erniedrigt. (MSED, S. 1000f.)

Cortisol aus dem Cortex, der Rinde der Nebenniere, ist aber ein sehr wichtiges körpereigenes Hormon, welches für die Blutzuckerbalance, für den Fettstoffwechsel, für Eiweißauf- und -abbausteuerung und auch für Stressreaktionen notwendig ist. Über das Cortisol kann die verstärkte Neigung zu Blutzuckererhöhungen bzw. zum Entstehen der Zuckerkrankheit erklärt werden. Zum anderen aber kann die Stressunfähigkeit mancher Pillenbenutzerinnen in einer Blockade des Cortisolstoffwechsels durch die künstlichen Pillenhormone ihre Ursache haben.

Vermehrte Produktion von Wachstumshormonen

Die Hirnanhangdrüse (=Hirnanhangdrüse) steht mit übergeordneten Hirnarealen in Wechselbeziehung. Sie steuert neben den weiblichen Eierstöcken auch die Schilddrüse und die Nebennierenrinde. Daher rühren die oben beschriebenen Störungen des Schilddrüsen- und Nebennierenrinden-Stoffwechsels. Die Hypophyse produziert auch das Wachstumshormon.

Pillenbenutzerinnen haben einen erhöhten Wachstumshormonspiegel. (MSED, S. 1001)

Somit erklären sich über die Auswirkungen des verstärkt gebildeten Wachstumshormons mit Vergröberungen der Gesichtszüge bei manchen Frauen nach jahrelangem Pillengebrauch.

Ein anderes Hormon der Hypophyse heißt Melanozyten-stimulierendes-Hormon (MSH). Melanozyten sind farbstoffbildende Zellen der Haut, welche durch MSH zur Pigmentbildung stimuliert werden. MSH wird bei Pilleneinnahme verstärkt gebildet. Von daher erklärt sich, dass manche Frauen unter der Pille großfleckige braune Pigmentveränderungen besonders im Gesicht erleiden, wie diese manchmal auch unter den Hormonveränderungen in der Schwangerschaft entstehen.

4. Immunstörungen

Auftreten gehäufter Infekte

Einige Studien weisen auf ein häufigeres Auftreten von Harnwegsinfekten bei Pillenbenutzerinnen hin. (MSED, S. 1002)

Unterdrückung der Immunantwort

Ein geschlechtlicher Unterschied bei der Immunantwort ist schon lange Zeit bekannt gewesen, aber wenig Aufmerksamkeit wurde bisher der möglichen Rolle gezollt, welche die Sexualhormone bei der Immunantwort-Regulation spielen. In der Studie des BRITISH COLLEGE OF GENERAL PRACTITIONERS von 1974 zeigen Pillenbenutzerinnen ein häufigeres Auftreten bestimmter Infektionskrankheiten. Unterstützung dieser Erkenntnis, dass orale Kontrazeptiva das Infektionsrisiko erhöhen, wurde durch andere Studien gegeben.

Eine unterdrückte Reaktion der Lymphozyten (= weiße Blutkörperchen, Immunzellen) auf die Testchemikalie PHA ist bei einer Reihe von Pillenbenutzerinnen im Jahre 1972 beobachtet worden. Die Verminderung der PHA-Antwort spiegelt eine verschlechterte Funktion der T-Zellen wieder. Diese Erkenntnisse sind deswegen von Interesse, weil eine verminderte T-Zell-Funktion bei verschiedenen Autoimmunkrankheiten von Bedeutung ist. (MSED, S. 1004)

In ENDOCRINE REVIEW schreibt GROSSMAN 1984 in dem Artikel “REGULATION OF THE IMMUNE SYSTEM BY SEX STEROIDS”, dass Östrogene mehrere Effekte auf die Antikörper-Formation hätten. Östrogene unterdrückten verschiedene zellvermittelte Immunantworten, und es sei die Unterdrückung der tumorassoziierten Immunantwort gegen bösartigen Prostata- oder Brustkrebs nachgewiesen worden. (S. 440)

In den abschließenden Bemerkungen heißt es: “Die Vermutung, dass endokrines System und Immunsystem voneinander abhängig seien, wurde erstmalig schon vor längerer Zeit gemacht, aber das Ausmaß dieser Wechselwirkungen wird erst jetzt voll sichtbar. (S. 450)

Entstehung von Krebs

Unter der Einnahme der Pille gibt es veränderte Risiken, an Krebs zu erkranken. Das Risiko, an gut- oder bösartigen Lebertumoren zu erkranken, ist bei Pillen-Benutzerinnen erhöht. Ebenso wird eine Abhängigkeit beim Auftreten des Gebärmutterhalskrebses von der Dauer ehemaliger Pillenbenutzung gefunden. Unter den Pillenbenutzerinnen, welche gehäuft Genitalinfektionen in der Krankengeschichte haben, gibt es eine verstärkte Tendenz, noch während der Pilleneinnahmephase an Gebärmutterhalskrebs zu erkranken.

Eierstockkrebs tritt bei Pillenbenutzerinnen allerdings seltener auf als bei Nichtbenutzerinnen. Je nach Pilleneinnahmedauer vermindert sich das Risiko um 1/4 bis die Hälfte. Bezüglich der Entstehung von Brust-Tumoren gibt es widersprüchliche Studienergebnisse. Gutartige Brust-Tumoren sind unter der Pille vermindert aufgetreten.

Das Auftreten von bösartigem Brustkrebs ist während der zurückliegenden 40 Jahre zwar angestiegen, jedoch können auch andere Ursachen, ja sogar ein spontanes Ansteigen der Brustkrebsrate diesen statistischen Anstieg begründen.

1981 wurde in einer Studie herausgefunden, dass das Risiko für die Entstehung von Brustkrebs dann erhöht ist, wenn die Pille von sehr jungen Frauen bereits vor der ersten Schwangerschaft genommen wurde. (MSED, S. 1024 ff.)

Weitere Immunstörungen

Unter der Pille kommen gehäuft Pilzinfektionen der Scheide und bakterielle Harnwegsinfekte vor. Die Ursache für das Auftreten von Scheidenpilz liegt in einer Erhöhung des pH-Wertes der Scheide. Eine zytologische Untersuchung der mikrobiologischen Vaginalflora bei 74 Frauen, die niedrigdosierte orale Kontrazeptiva einnahmen, zeigte ein verstärktes Auftreten krankhafter Veränderungen. (MSED, S. 1003)

5. Neurologische Störungen

Die Pille kann Kopfschmerzen und Migräne bei Frauen verursachen, die diese vor der Pilleneinnahmephase nicht hatten, oder sie können die Häufigkeit und Schwere der Beschwerden bei denjenigen vergrößern, welche zuvor bereits daran litten. Östrogene sind wahrscheinlich epilepsiefördernd. (MSED, S. 999)

Unter der Pille können Sensibilitätsstörungen der Haut auftreten, meist in Form von Taubheitsgefühlen. Diese Nebenwirkung ist wahrscheinlich auf eine Störung des Vitaminstoffwechsels durch die Pille zurückzuführen.

6. Psychische Störungen

Psychische Symptome unter der Pille wurden in einzelnen Fallstudien beschrieben. Dies ist wahrscheinlich zurückzuführen auf eine nichtspezifische Veränderung im Gleichgewicht solcher Frauen, die zu diesen Symptomen neigten. Viele Frauen werden unter der Pille mürrisch und unglücklich. Echte Depressionen sind jedoch nicht vermehrt gefunden worden. (MSED, S. 999)

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